{"id":944,"date":"2023-08-20T07:21:40","date_gmt":"2023-08-20T05:21:40","guid":{"rendered":"http:\/\/bodensee.land\/?p=944"},"modified":"2023-08-17T14:34:08","modified_gmt":"2023-08-17T12:34:08","slug":"kloster-und-schloss-salem-das-wissen-der-welt-gesammelt-brockhaus-buecher-und-bibliotheken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bodensee.land\/?p=944","title":{"rendered":"Kloster und Schloss Salem. Das Wissen der Welt gesammelt: Brockhaus, B\u00fccher und Bibliotheken"},"content":{"rendered":"<p>#salem #ssg #Brockhaus<\/p>\n<h3>Kloster und Schloss Salem. Das Wissen der Welt gesammelt: Brockhaus, B\u00fccher und Bibliotheken <\/h3>\n<p><strong>Vor genau 200 Jahren, am 20. August 1823, starb der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus. Der \u201eVater\u201c der Brockhaus Enzyklop\u00e4die sammelte das Wissen der Welt in mehreren B\u00e4nden. Damit schloss er sich einer guten Tradition an. Denn auch im Kloster Salem versammelten die M\u00f6nche das Wissen der Welt \u2013 und stellten es eindrucksvoll zur Schau. <\/strong><\/p>\n<p><strong>STATUSSYMBOL DES BILDUNGSB\u00dcRGERTUMS<\/strong><br \/>\nWer etwas nicht wei\u00df, begibt sich im Internet auf die Suche nach der Antwort. Was heute zur Normalit\u00e4t geh\u00f6rt, ist eine Errungenschaft der besonderen Art. Die fast unbegrenzte Verf\u00fcgbarkeit von Wissen hat eine lange Vorgeschichte, die bis in die Klosterbibliothek zur\u00fcckreicht. Ein \u00e4hnlicher Meilenstein wie die digitale Enzyklop\u00e4die war der \u201eBrockhaus\u201c. Die B\u00e4nde waren lange Zeit ein Statussymbol des Bildungsb\u00fcrgertums und zierten fast jeden Haushalt. Das sogenannte Konversationslexikon erhielt seinen Namen vom Verleger Friedrich Arnold Brockhaus, der vor genau 200 Jahren \u2013 am 20. August 1823 \u2013 starb. <\/p>\n<p><strong>EIN VERKAUFSSCHLAGER<\/strong><br \/>\nFriedrich Arnold Brockhaus wurde im Mai 1772 als Sohn eines Ratsherrn und Kaufmanns in Dortmund geboren. Schon fr\u00fch entwickelte er eine Leidenschaft f\u00fcr B\u00fccher, die ihn sein Leben lang begleiten sollte. Seine kaufm\u00e4nnische Lehre hingegen begeisterte ihn wenig; er brach die Ausbildung ab und h\u00f6rte stattdessen an der Universit\u00e4t Leipzig als Gasth\u00f6rer Vorlesungen. Er versuchte sich als H\u00e4ndler f\u00fcr Waren aus England, bis er 1805 eine Buchhandlung gr\u00fcndete und als Verleger t\u00e4tig wurde. Den Grundstein zur ber\u00fchmten Enzyklop\u00e4die legte er 1808. Damals erwarb er die Rechte des unvollendeten \u201eConversationslexikons mit vorz\u00fcglicher R\u00fccksicht auf die gegenw\u00e4rtigen Zeiten\u201c. Er vollendete das Werk, ver\u00f6ffentlichte und erweiterte es st\u00e4ndig. Das \u201eConversationslexikon\u201c bildete die Grundlage der sp\u00e4teren Brockhaus Enzyklop\u00e4die, die zum Verkaufsschlager wurde. Das Nachschlagewerk sammelte das Wissen der Welt zwischen Buchdeckeln \u2013 und schloss sich damit der guten Tradition der Klosterbibliotheken an.<\/p>\n<figure id=\"attachment_945\" aria-describedby=\"caption-attachment-945\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bodensee.land\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/35_salem_innen_bibliothek_sued_01_foto-ulrich-knapp_ssg-pressebild.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"628\" class=\"size-full wp-image-945\" srcset=\"http:\/\/bodensee.land\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/35_salem_innen_bibliothek_sued_01_foto-ulrich-knapp_ssg-pressebild.jpg 800w, http:\/\/bodensee.land\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/35_salem_innen_bibliothek_sued_01_foto-ulrich-knapp_ssg-pressebild-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-945\" class=\"wp-caption-text\">Salem. Bibliothek, Blick nach S\u00fcden. Foto &copy; SSG \/ Ulrich Knapp<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>MITTELALTERLICHE HANDSCHRIFTEN UND NEUESTE LITERATUR<\/strong><br \/>\nDas Kloster und Schloss Salem besitzt eine wechselvolle und glorreiche Vergangenheit. Von seiner Gr\u00f6\u00dfe und Bedeutung zeugte nicht zuletzt die Bibliothek, die weit \u00fcber die Bodenseeregion hinaus strahlte. Denn das ehemalige Zisterzienserkloster besa\u00df einen umfangreichen B\u00fccherbestand. Darunter befanden sich sehr alte und aufwendig gestaltete Handschriften sowie fr\u00fche Drucke, sogenannte Inkunabeln. Mit Einf\u00fchrung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert wuchs der Bestand durch gezielte Ank\u00e4ufe stetig. Zu liturgischen B\u00fcchern f\u00fcr den Gottesdienst und theologischen Schriften kamen Lehrb\u00fccher und philosophische, medizinische und naturwissenschaftliche B\u00fccher. Vor allem im 18. Jahrhundert wurde die Klosterbibliothek zu einer Universalbibliothek ausgebaut, die auch literarische Werke aus ganz Europa und \u201eunn\u00fctze\u201c B\u00fccher umfasste, wie etwa Romane, Belletristik und Theaterst\u00fccke. Drei \u00c4bte haben sich darum besonders verdient gemacht: Konstantin Miller, Anselm II. Schwab, der den B\u00fccherbestand enorm erweiterte, und Robert Schlecht, der einen monumentalen Bibliothekskatalog in Auftrag gab. <\/p>\n<p><strong>EIN FESTSAAL F\u00dcR B\u00dcCHER<\/strong><br \/>\nBereits im sp\u00e4ten Mittelalter mussten die Handschriften, die im klostereigenen Skriptorium \u2013 der Schreibstube \u2013 entstanden oder aber zugekauft wurden, sowie die wachsende Zahl der gedruckten B\u00fccher untergebracht werden. Daf\u00fcr wurde ab 1498 der erste Bibliothekssaal \u00fcber der Marienkapelle eingerichtet. Durch das steinerne Gew\u00f6lbe \u00fcberstanden die B\u00fccher die gro\u00dfe Brandkatastrophe von 1697. Marienkapelle und Bibliothek mussten jedoch bald dem barocken Neubau des Klosters weichen. Die B\u00fccher zogen in den heutigen Bibliothekssaal um. Der urspr\u00fcnglich barocke Raum mit farbigen Stuckaturen und Deckengem\u00e4lden wurde zwischen 1786 und 1796 im klassizistischen Stil \u00fcberformt, Gem\u00e4lde und Stuck wei\u00df \u00fcbert\u00fcncht und hellgraue B\u00fccherschr\u00e4nke angeschafft \u2013 zur\u00fcckhaltende Farben galten als elegant und modern. Im Zuge der S\u00e4kularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel das Kloster an das Haus Baden. Der B\u00fccherbestand \u2013 rund 450 Handschriften und fr\u00fche Drucke, 40.000, vielleicht auch 60.000 gedruckte Werke, darunter wohl 30.000 Kleindrucke, Flugbl\u00e4tter und Brosch\u00fcren \u2013 wurde wenige Jahre sp\u00e4ter an die Universit\u00e4tsbibliothek Heidelberg verkauft. Die wertvollen Salemer Handschriften sind inzwischen digitalisiert und \u00fcber die Homepage der Heidelberger Universit\u00e4tsbibliothek einsehbar.<\/p>\n<p>Quelle \/ Mehr Infos:<br \/>\nKloster und Schloss Salem<br \/>\n88682 Salem<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.salem.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">www.salem.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schloesser-und-gaerten.de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">www.schloesser-und-gaerten.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#salem #ssg #Brockhaus Kloster und Schloss Salem. Das Wissen der Welt gesammelt: Brockhaus, B\u00fccher und Bibliotheken Vor genau 200 Jahren, am 20. August 1823, starb der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus. 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