{"id":112,"date":"2016-12-13T08:05:22","date_gmt":"2016-12-13T07:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/bodensee.land\/?p=112"},"modified":"2016-11-26T20:09:16","modified_gmt":"2016-11-26T19:09:16","slug":"springerle-hutzelbrot-und-dambedei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bodensee.land\/?p=112","title":{"rendered":"Springerle, Hutzelbrot und Dambedei"},"content":{"rendered":"<p>#weihnachtsbaeckerei #backen<\/p>\n<h3>So schmeckt der S\u00fcden zur Advents- und Weihnachtszeit<\/h3>\n<p><strong>STUTTGART \u2013 Dass es sich in Baden-W\u00fcrttemberg vorz\u00fcglich genie\u00dfen l\u00e4sst, hat sich l\u00e4ngst herumgesprochen. Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr die Zeit rund um das Weihnachtsfest. Nicht nur die zahlreichen Weihnachtsm\u00e4rkte locken mit einer gro\u00dfen Auswahl an regionalen Spezialit\u00e4ten. Auch in den Backstuben geht es in den Wintermonaten hei\u00df her. Hier wird geknetet und geformt, gewalkt und ausgestochen. Und \u00fcber allem liegt der s\u00fc\u00dfe Duft von Sternanis und Zimt.<\/strong><\/p>\n<p>Wir stellen f\u00fcnf Leckereien vor, die an den Festtagen im S\u00fcden auf keinen Fall fehlen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Alte Fr\u00fcchte in neuem Gewand \u2013 Hutzelbrot<\/strong><br \/>\nDas in Baden und W\u00fcrttemberg weit verbreitete Hutzel- oder Schnitzbrot entstand einst als b\u00e4uerliches Festtagsgeb\u00e4ck und vers\u00fc\u00dfte in der Vergangenheit nicht nur Bauern und Bediensteten die Weihnachtszeit, sondern auch den Tieren. Um Unheil abzuwehren und dem Gl\u00fcck T\u00fcr und Tor zu \u00f6ffnen, bekamen selbst die Stallbewohner ein St\u00fcck als Maulgabe. \u201eHutzelig\u201c bedeutet im Schw\u00e4bischen so viel wie \u201erunzelig\u201c und beschreibt den Zustand der verarbeiteten Birnen und anderen Fr\u00fcchte, zu denen sich neben Mehl h\u00e4ufig auch N\u00fcsse oder Mandeln gesellen. Was dar\u00fcber hinaus in den Teig wandert, h\u00e4ngt ganz vom eigenen Geschmack oder dem seit Generationen \u00fcberlieferten Familienrezept ab: Ob weihnachtliche Gew\u00fcrze, R\u00fcbensirup, Kirschwasser oder Zitronat und Orangeat \u2013 der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Serviert wird das Brot nach alter Tradition mit Butter. Wem das nicht reicht, der g\u00f6nnt sich au\u00dferdem einen Klecks Marmelade oder Honig. Experimentierfreudige probieren es mit K\u00e4se.<\/p>\n<p><strong>Ein Bild von einem Mann \u2013 Dambedei<\/strong><br \/>\nEr ist braun gebrannt, weithin bekannt und verf\u00fcgt \u00fcber viele Namen: In Nordbaden und der Kurpfalz kennt man ihn als Dambedei, in S\u00fcdbaden als Gr\u00e4tti- oder Baselmann und in anderen Regionen begegnet er als Weck- oder Klausenmann. Doch ganz gleich, welchen Namen er tr\u00e4gt, an seinem charakteristischen Aussehen erkennt ihn jedes Kind sofort. Mit Spitzkopf, Rosinenaugen, Mandelmund und der Knopfleiste aus N\u00fcssen macht der kleine Hefekerl ordentlich was her. Fr\u00fcher trug die Figur neben dem Bischofshut auch einen Bischofsstab. Denn ihr Ursprung liegt, wie bei vielen Festtagstraditionen im kirchlichen Brauchtum: Vom Gottesdienst ausgeschlossene Personen erhielten gesegnetes Brot, das am Gedenktag des Bischofs Nikolaus von Myra die Form eines Mannes trug. In vielen Regionen im S\u00fcden wird der beliebte Geb\u00e4ckmann daher auch am Nikolaustag verteilt. Mancherorts erfreut er Gro\u00df und Klein aber bereits am Martinstag.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12792\" aria-describedby=\"caption-attachment-12792\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12792\" src=\"http:\/\/www.schechler.com\/see-infos\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Springerle_TMBW_Spitzbarth.jpg\" alt=\"Springerle. Foto \u00a9 Corinna Spitzbarth. Location: Konditorei Sommer Reutlingen\" width=\"600\" height=\"401\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12792\" class=\"wp-caption-text\">Springerle. Foto<br \/>\u00a9 Corinna Spitzbarth. Location: Konditorei Sommer Reutlingen<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gaumen- und Augenschmaus \u2013 Springerle<\/strong><br \/>\nSpringerle sind einzigartig im Geschmack und zieren in der Adventszeit so manche Kaffeetafel. Die kleinen Kunstwerke aus Anisschaum geh\u00f6ren mit ihrer hellen Farbe und den lieblichen Motiven zu den sch\u00f6nsten Weihnachtsgeb\u00e4cken und eignen sich daher nicht nur zum Verzehr, sondern auch als Christbaumschmuck. Ihre besondere Gestalt bekommen die urspr\u00fcnglich vor allem im schw\u00e4bisch-alemannischen Raum verbreiteten Pl\u00e4tzchen durch Modeln, die meist aus Holz, seltener aus Stein, Metall oder Keramik gefertigt sind. Wenn der Teig in die eingeschnitzten Hohlformen gedr\u00fcckt wird, entsteht ein reliefartiges Bild. Die Herstellung des Geb\u00e4cks verlangt allerdings etwas \u00dcbung: Damit die Muster ihre Form behalten und die Springerle ihrem Namen alle Ehre machend \u201eaufspringen\u201c, sind Zeit, Geduld und Fingerspitzengef\u00fchl gefordert. Doch die M\u00fche zahlt sich aus. Bei richtiger Lagerung sind die Schmuckst\u00fccke nicht nur sch\u00f6n weich, sondern auch lange haltbar.<\/p>\n<p><strong>S\u00fc\u00df und salzig ein Genuss \u2013 Neujahrsbrezel<\/strong><br \/>\nOb im Sommer oder Winter, zum Fr\u00fchst\u00fcck, als Mittagssnack oder Vesper \u2013 Brezeln werden im S\u00fcden zu jeder Jahres- und Tageszeit genossen. Langweilig wird es dabei nie. Denn in Baden-W\u00fcrttemberg gibt es unz\u00e4hlige Arten von Brezeln, die sich in Machart, Erscheinung und Geschmack unterscheiden. Eine besondere Form des Traditionsgeb\u00e4cks bildet die Neujahrsbrezel. F\u00fcr viele ist sie untrennbar mit dem Jahreswechsel verbunden. Aus einem Neujahrsring entstanden, verk\u00f6rpert sie auch heute noch Unendlichkeit und darf beim Neujahrsfr\u00fchst\u00fcck auf keinen Fall fehlen. Die h\u00e4ufig aus s\u00fc\u00dfem, vereinzelt aber auch leicht gesalzenem Hefeteig geformten Gl\u00fccksbringer k\u00f6nnen in Gr\u00f6\u00dfe und Dekor stark variieren. Ein besonders ausladendes Exemplar kann bis zu einem Meter messen und mit vielen geflochtenen oder geschnittenen Verzierungen mehrere Kilo wiegen. Nach altem badischen Brauch werden die Neujahrsgaben zuweilen noch mit eingebackenen Geldst\u00fccken veredelt.<\/p>\n<p><strong>Sagenhaft gut und hart umk\u00e4mpft \u2013 Reutlinger Mutschel<\/strong><br \/>\nViele Sagen ranken sich um die Entstehung des sternf\u00f6rmigen Gebildebrots mit dem eigent\u00fcmlichen Namen. Manche sind sich sicher, es handle sich bei der vor allem in und um Reutlingen verbreiteten Mutschel um eine Art Opferbrot. Andere sehen in dem m\u00fcrben Hefegeb\u00e4ck mit traditionell acht Zacken eine Nachbildung des Sterns der Weisen aus dem Morgenland. Auch der Ursprung ist umstritten. War es wirklich der Reutlinger B\u00e4cker Albrecht Mutschler, der das Gew\u00fcrzbrot im 13. Jahrhundert erfand und ihm seinen Namen gab? Fest steht jedenfalls, dass der Begriff \u201eMutsche\u201c als Umschreibung f\u00fcr ein kleines Brot bereits im Mittelalter verwendet wurde und \u201eMutschelmehl\u201c eine noch in vielen Regionen verwendete Bezeichnung f\u00fcr Paniermehl oder Semmelbr\u00f6sel ist. Als echter Brauch gilt der \u201eMutscheltag\u201c. Er wird in Reutlingen am Donnerstag nach Dreik\u00f6nig gefeiert. Wo ehemals ein Preisschie\u00dfen stattfand, bei dem die besten Sch\u00fctzen mit Mutscheln belohnt wurden, geht es heute gem\u00e4\u00dfigter zu: In geselliger Runde wird um die Troph\u00e4e gew\u00fcrfelt \u2013 oder besser gesagt \u201egemutschelt\u201c.<\/p>\n<p>Weitere Informationen sowie Rezepte gibt es unter: <a href=\"http:\/\/www.schmeck-den-sueden.de\" target=\"_blank\">www.schmeck-den-sueden.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#weihnachtsbaeckerei #backen So schmeckt der S\u00fcden zur Advents- und Weihnachtszeit STUTTGART \u2013 Dass es sich in Baden-W\u00fcrttemberg vorz\u00fcglich genie\u00dfen l\u00e4sst, hat sich l\u00e4ngst herumgesprochen. Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr die Zeit rund um das Weihnachtsfest. Nicht nur die zahlreichen Weihnachtsm\u00e4rkte<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=112"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":113,"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112\/revisions\/113"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/bodensee.land\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}